Managed Server bei Strato, das tut man nicht! Oder doch?

Seit August 2011 habe ich bei Strato einen Managed Server angemietet. Ich habe mehrere meiner eigenen Webpräsenzen sowie einige Installationen des Webanalyse-Tools Piwik, einige ThinkUp-Installationen, einen URL-Shortener, Wikis für den internen Gebrauch und weiteren Kleinkram von diversen Shared-Hosting Paketen abgezogen und auf einen “eigenen” Server umgezogen.  In den letzten Monaten habe ich mit einigen Leuten über meine Erfahrungen mit Strato und auch mit dem Managed Server gesprochen und das Produkt auch, unter Beachtung seiner Ausrichtung und Features, durchaus empfohlen. Auf Twitter wurde gestern nach Erfahrungen mit Managed Servern gefragt und es kamen auch einige stereotype Antworten, die immer gegeben werden, wenn es um die Produkte bestimmter Anbieter z. B. Strato oder 1&1 geht. Meistens liegt dem ein: “Ich kenne einen, der einen kennt, der einen kannte, der einen hatte…” zu Grunde, oder jemand hat sich gravierend im Produkt vergriffen. Und hallo, wenn ein Kunde zu mir kommt und mir sein Hoster nicht passt, dann zieht der Kunde eben um oder ich übernehme den Job nicht. Nützt dann auch nichts, sich stundenlang bei Twitter auszukotzen, wie Scheiße Hoster xy doch ist. Man kriegt halt immer nur das, wofür man auch bezahlt.

Hier meine Erfahrungen mit einem Strato Managed Server aus erster Hand. Ich schreibe es hier im privaten Blog, keine Partnerlinks, keine Werbung – nur ein Erfahrungsbericht.

[Update] Ich splitte den Bericht, wird mir zu lang für heute.

Auf folgende Fragen gibt es [in diesem ersten Teil] hier eine Antwort:

  • Warum ein Managed Server?
  • Warum bei Strato?
  • Bin ich mit meiner Wahl immer noch zufrieden?

Warum ein “Managed Server”?
Die Wahl fiel auf einen Managed Server, da ich mich bei meinen Kunden schon genug mit unterschiedlichen Servern, deren Konfiguration, Einrichtung, Härtung und dem Betrieb auseinandersetze. Bei meinen eigenen Projekten habe ich da schlicht und ergreifend keinen Bock mehr drauf. Die Wartung, die Updaterei und die Überwachung sollen andere übernehmen. Dafür zahle ich dann gerne einen angemessenen Betrag. Außerdem ist die Performance, auch von guten Shared-Hosting Paketen in keiner Weise mit einem gemieteten Server vergleichbar. Der eigene Server ist wesentlich schneller, das merken sowohl die Besucher der Seiten, als auch ich, wenn ich an den Seiten arbeite.
Die Arbeit in den Backends der CMS, FTP Up- und Downloads etc., geht alles viel schneller – das sind genau die Dinge, die anfangen richtig zu nerven, wenn es zu langsam abläuft. Zudem werden z. B. zusätzliche Caching Features wie APC geboten. Cachify als kleines und schlankes WordPress-Plugin und Joomla! (von Haus aus, ganz ohne Erweiterungen) unterstützen diese Art von Caching. Damit kann man, sollten die Zugriffszahlen sehr hoch sein, auf solche Plugin-Monster wie “W3 Total Cache” für WordPress und/oder die Einbindung eines CDN verzichten, die man manchmal händeringend brauchte um seine Seite einigermaßen flott am Laufen zu halten.

Gesucht wurde also ein schneller, sicherer, in der Grundkonfiguration gut ein- und aufgestellter Server, der mir allerdings auch vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten bieten soll, falls ich diese benötige.

Die Suche nach einem geeigneten Hoster und dem entsprechenden Server.
Gestaltete sich schwierig. Es gibt mehrere Foren und Portale, in denen Nutzer über ihre Erfahrungen berichten und die Anbieter und Produkte bewerten. Da ist von Leuten, die echt einen Plan haben, bis zu furchtbaren Dummschwätzern und jeder Menge offensichtlich von Vertrieblern geschriebenen völlig überzogen positiv gestalteten Bewertungen alles vertreten. Aber:  Besonders aktuell sind die Einträge nicht, scheint nicht mehr so ein beliebtes Thema zu sein. Der Schwerpunkt liegt bei Beiträgen aus den Jahren 2007 bis 2009. Da hat sich seitdem nun doch einiges verändert. Zudem finden sich fast nur Themen über V-Server oder (selbst zu administrierende) Root-Server. Ok, die haben auch den größeren Marktanteil – half mir nur bei der Suche auch nicht besonders.

Warum Strato?
Weil die zur rechten Zeit das passende Angebot hatten. Keine Einrichtungsgebühr, 30 Tage Geld zurück und die ersten 3 Monate nur ein Drittel des regulären Preises.
Nachdem ich von Rochen Host über Hetzner, All-Inkl bis Host Europe telefoniert und recherchiert hatte, stand nur fest, welchen Anbieter ich nicht nehmen werde. Übrig blieb damals All-Inkl.com wegen jahrelanger uneingeschränkt positiver Erfahrungen mit diversen Hostingpaketen. Die telefonischen Auskünfte über den Managed Server waren auch umfassend, das Teil war allerdings recht teuer und es gab keine Möglichkeit so einen Server mal anzutesten. Da kam mir das Strato Angebot gerade recht.

Wer jetzt gerade erheitert den Kopf schüttelt, ich habe seit ca. 10 oder 11 Jahren immer ein oder zwei Hostingpakete bei Strato laufen. Probleme irgendwelcher Art: Keine!
Und warum nicht? Schadet halt nicht, wenn man vorher ein bisschen drüber nachdenkt, was man da so erwarten kann und was nicht. Dann braucht man hinterher nicht so viel (über seine eigene Blödheit) rummotzen. Wenn ich nur 3,95 zahle, dann bekomme ich auch nur für 3,95 Leistung und Service. Und wenn es dann noch bei 1&1 und Konsorten ist, weiß ich doch, was mich erwartet; nämlich ein riesiges Callcenter, ahnungslose Mitarbeiter, vorgefertigte Standardantworten usw…

Richtig ist: Es war sehr abenteuerlich, bis vor 1 oder 2 Jahren bei z. B. Strato WordPress oder Joomla laufen zu lassen. Sowas machte man aber auch nicht. Die beiden “großen Blauen” (Zitat von jemandem bei Twitter) waren gut für kleine statische Seiten, Homepagebaukästen etc. Alles einfache Produkte für die breite Masse. Da gibt es auch keine Probleme und Fragen, das lief dann einfach. Wer mehr wollte: Ende Gelände, schade eigentlich und ab dafür.
Mehr gab es und gibt es zum Teil immer noch eben nur woanders. Das sollte aber klar sein, bevor man sich entsprechend einkauft.
Wobei – mittlerweile laufen auch größere Joomla- oder Piwik Installationen problemlos, wenn auch nicht super flott in z. B. einem Strato “Power Plus” Paket.

Bin ich mit meiner Wahl immer noch zufrieden?
Ja, bin ich.

Die Intention am Anfang war: Alles Ausprobieren mit den 30 Tagen Geld zurück im Hinterkopf. Wenn es irgendwo hängt oder ich nicht rundum zufrieden bin, wird die ganze Geschichte gekündigt und Tschüß! War aber nicht nötig.

Der Bestellprozess ging schnell und unkompliziert über die Bühne – ist klar, da wird ja was verkauft. Dann gab es einige Telefonate und Email mit dem Support, zum Teil um zu schauen, wie die da so drauf sind – einige Fragen bzgl. Cronjobs und SSH hatte ich dann aber auch. Beim telefonischen Support gab es immer eine klare Grenze, wie weit die Unterstützung geht. Absolut nichts zu allem, was nicht direkt mit dem Server zu tun hat. Fragen zur Konfiguration von CMS, Tools und Anwendungen kann man sich sparen, werden nicht beantwortet. Alles was das eigene Produkt (den Managed Server, Apache, PHP …) betrifft, ist ansprechbar und wird kompetent beantwortet.
Der Support per Email geht da etwas weiter, da gab es auch einige Tipps und Links, die über das Strato FAQ-Portal hinausgingen.
Finde ich bis jetzt völlig ausreichend.

Ich habe am Anfang erst eine Domain auf dem Server registriert und dann, nach und nach in einigen Nachtschichten, auf verschiedenen Subdomains mehrere WordPress, Joomla, ThinkUp, Piwik etc. Installationen aufgebaut, um zu schauen, wie alles läuft. So hätte ich die Geschichte immer noch schnell ohne Verluste beenden können.

Läuft bis jetzt alles prima. Nachdem ich dann beschlossen hatte, bei dem Server zu bleiben, habe ich (und bin aus zeitlichen Gründen teilweise immer noch dabei) den Rest umgezogen.

 

Fazit bis hier:

Für meinen Einsatzzweck, als schneller und sicherer Server für diverse eigene WordPress, Joomla, Piwik, ThinkUp … Installationen, dazu noch diverse Tools und Onlinespeicherplatz (eben das, was privat und beruflich so bei mir anfällt) ist der Managed Server, den ich bei Strato gemietet habe die absolut richtige Wahl.

Empfehlenswert aus diesem Artikel:

In den nächsten Tagen schiebe ich hier noch einen Artikel nach, in dem es um den laufenden Betrieb, das Handling im Alltag, BackUps und einige Einstellungen geht, die ich im Nachhinein noch angepasst habe. Falls es Fragen gibt, bitte ab in die Kommentare damit.

Fällt mir gerade ein: Es gibt einen ganz wichtigen Punkt, über den ich auch im nächsten Artikel schreiben werde, Stichworte: Domainweiterleitungen, DNS-Einstellungen, A und MX Records … Fällt unter die Überschrift: “Was genau sind meine Anforderungen an den Server?”

Danke für die Aufmerksamkeit.