Posterous Blog archivieren mit dem BackUp Tool

Screenshot des Posterous Backends

Seit kurzem gibt es ein offizielles BackUp Tool von Posterous. Worum geht es? Die Microblogging Plattform Posterous wurde im März 2012 von Twitter übernommen. Twitter war wohl mehr an den Mitarbeitern als am Produkt interessiert und Posterous wurde entsprechend schnell für tot erklärt. Ein offizielles Statement zur Übernahme gab es im März 2012 in Form eines Artikels im eigenen Blog.

Offizielles Statement?

Es wurde dort stolz die Übernahme durch Twitter verkündet, man freue sich, die eigene Expertise bei Twitter miteinzubringen. Man bedankte sich bei den Usern, vermeldete die weitere Verfügbarkeit des Dienstes und kündigte an, die User bei Änderungen zu informieren. Für diejenigen, die ihre Daten sichern oder zu einem anderen Dienst wechseln wollten, würde in den nächsten Wochen eine Lösung bekannt gegeben werden. Das war im März.

Rolltreppe abwärts

Seit dem ging es mit Posterous eigentlich kontinuierlich bergab. Die Server waren teilweise nicht erreichbar, man konnte sich nicht mehr in den eigenen Account einloggen und die bis dahin gut funktionierenden Schnittstellen zu WordPress und Tumblr wurden auch abgeschaltet. WordPress.com hat den Importer deaktiviert, der Grund seien nicht weiter beschriebene Probleme, die Verbindung zu einem Tumblr Account hat Posterous einfach unterbunden, der Dienst lässt sich zwar noch auswählen, die Authentifizierung ist aber nicht möglich. (Dann nehmt die Option verdammt noch mal ganz raus, dann spart man sich die Versuche!)

Nun vermeldet ein Artikel im Posterous Blog vom 27.12.2012 die Verfügbarkeit einer BackUp Lösung. Alle bei Posterous veröffentlichten Artikel inklusive Bilder lassen sich in einem Zip-Archiv herunterladen.

Wie funktioniert das Posterous BackUp Tool?

Nach dem Einloggen im Posterous Account sieht man oben rechts eine neue Schaltfläche „Backup“.Screenshot des Posterous Backends

Nach dem Klick darauf wählt man den gewünschten Posterous Space aus und startet dort die Datensicherung, man erhält eine Email, wenn der Sicherungsauftrag abgeschlossen ist, die erstellte Datei läßt sich dann herunterladen.

Screenshot Downloadmöglichkeit der BackUpdatei

Wenn man das heruntergeladene Archiv entpackt, findet man seine hochgeladenen Bilder in Originalgröße und die Texte in Form einer .html Datei. Für jeden Artikel liegt noch eine .xml Datei mit im Paket (ob da schon Formatierungs/Zuordnungsinformationen für z. B. wordpress.com enthalten sind, habe ich nicht weiter verfolgt), einem Import (wohin auch immer) steht also nichts im Wege, entsprechende Tools erscheinen bestimmt bald.

Abbildung der Struktur des Posterous BackUp Archivs

 Fazit

Schade eigentlich, ich fand Posterous gut. Als Microblogging Service, also irgendwo zwischen Twitter und einem „richtigen“ Blog angesiedelt, funktionierte Posterous prima. Nachdem nun auch eine offizielle Möglichkeit angeboten wird, seine veröffentlichten Daten zu sichern, sollte es nun wohl jedem klar sein, dass der Dienst auf seine Abschaltung zusteuert. Das typisch arrogante Arschloch-Verhalten großer Dienstleister gegenüber kleinen – allerdings in diesem Falle nicht zahlenden – Kunden wurde auch hier praktiziert. Eine wirkliche Antwort auf die Frage nach der Zukunft von Posterous bleibt immer noch aus.

Bleiben oder gehen?

Gute Frage, nächste Frage… Ich habe meinen Space dort nie wirklich ernsthaft betrieben und schon vor einiger Zeit einige Einträge manuell in ein Blog umgezogen. Mir war es praktisch wurscht, was da passiert – das ganze war ein nettes Spielzeug mehr nicht. Wer allerdings dort über einen längeren Zeitraum wirkliche Inhalte aufgebaut hat, sollte diese sichern und sich nach einer anderen Möglichkeit umschauen, diese zu publizieren. Passend dazu ein Artikel von spreeblick.com – 2013: Das Web zurückerobern

Also los: Baut euch einen eigenen Blog auf! Am besten mit eigener URL auf eigenem Webspace. So ab € 2,95 pro Monat seid ihr dabei. Angebote gibt es genug.

Die Möglichkeit, dass Posterous als eine Art Premium-Plattform zur Erweiterung des Kurznachrichtendienstes Twitter in seiner jetzigen Form bestehen bleibt – dann aber gebührenpflichtig – ist eher abwegig. Selbst dann würden bestehende Spaces/Blogs wohl unter die Räder geraten.

Hier gibt es noch einen Artikel über die Vorgänge rund um Posterous.

 

Mahlzeit

 

4 Kommentare zu „Posterous Blog archivieren mit dem BackUp Tool“

  1. Leider kommen meine Umlaute größtenteils als Fragezeichen aus dem Export. Merkwürdigerweise ist das nicht bei jedem Beitrag der Fall. Hat die Erfahrung noch jemand gemacht? Habe mittlerweile schon mehrere Backups beantragt, immer mit dem gleichen Ergebnis.

    1. Carsten Feller

      Hi Ulf, merkwürdige Sache… ich habe damals das BackUp heruntergeladen und den Import in ein WordPress Testblog getestet – da war alles ok. Bei Google gibt es einiges zu dem Thema zu finden, allerdings geht es da immer um „alle“ Umlaute…
      Ich habe gerade noch mal ein neues Backup bei Posterous erstellt (nicht das alte nochmal runtergeladen). Posterous hat nämlich irgendwann zwischendurch den Exporter verändert. In dem neuen BackUp ist auch alles in Ordnung.
      Mir ist allerdings aufgefallen, dass Umlaute in einigen Artikeln direkt und in anderen korrekt umschrieben (f & uuml;r statt für) dargestellt werden. Hängt wohl von der Anwendung ab, mit der die Beiträge erstellt wurden. Vielleicht trifft das ja auch bei Dir zu? Um die Bearbeitung des BackUps wirst Du wohl nicht herumkommen. Mehr fällt mir dazu gerade auch nicht ein.

      1. Nach einigen weiteren Anläufen funktionierte es dann bei mir auch. Das Backup konnte ich fast ohne Informationsverlust in eine WordPress-Installation einspielen, hat also alles geklappt.

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